Campus Friedrichsfelde

Berlin Alt-Friedrichsfelde Perspektive Nord Kepler 32

Alt-Friedrichsfelde 60, Berlin-Lichtenberg

Städtebauliche Untersuchung für die Standorte Schwerpunktfeuerwache und Bürodienstgebäude
Nicht-anonymes, konkurrierendes städtebauliches Werkstattverfahren als Mehrfachbeauftragung mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb

Auslober:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Abt. Städtebau und Projekte + Abt. Wohnen
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
Berzirksamt Berlin-Lichtenberg

Bearbeitungszeitraum:
November 2020 bis Januar 2021

Kooperationspartner:
Urbanophil.Koeln
Sowatorini Landschaft

Modellbau:
Kepler 32
Urbanophil.Koeln

Siehe auch:
wettbewerbe aktuell
competitionline

Berlin Alt-Friedrichsfelde 60 Konzept Körnung Kepler 32

Städtebauliches Konzept 

Die mit dem Bau der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) im Westen begonnene zentrale Fußwegverbindung wird zur Campus-Achse fortentwickelt, die das zentrale Erschließungselement des neuen Campus bildet. Entlang dieser Achse spannen sich auf der Nordseite Baufelder mit Blockrandbebauung in unterschiedlichen Formaten auf. Hier könnten Verwaltung, Institute und Seminarräume der Hochschule sowie ein Gründerzentrum untergebracht werden. 

Auf der Südseite bilden einzelne Solitäre mit vielfältigen Architekturen den Übergang zum Grünraum des Tierparks. Hier schlagen wir Nutzungen wie Studentisches Wohnen, eine Mensa mit Außenbereich zum Tierpark sowie eine Kindertagesstätte vor. Wechselseitig entstehen verschiedene Plätze, die durch die angrenzenden Nutzungen jeweils unterschiedliche Charaktere ausbilden. 

Erschließung

Mit der Campus-Achse und den angrenzenden Plätzen sollen die zentralen Bereiche des Campus Friedrichsfelde autofrei gestaltet und eine fußläufige Erschließung vom westlichen Campus-Eingang hergestellt werden. Auch das ringförmige Wegeband, welches den Campus umschließt, soll vorwiegend den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein. Die Erschließung der erforderlichen Behindertenstellplätze an den Gebäuden bzw. der Stellplätze der Feuerwehr sowie eine Befahrbarkeit durch Anlieferverkehr, Feuerwehr- oder Müllfahrzeuge sind dabei gewährleistet.

Anstelle des nördlichen Parkplatzes wird ein Mobilitäts-Hub errichtet, der in den oberen Ebenen als Quartiersparkhaus dient und damit den zukünftigen Bedarf deckt. Im Erdgeschoss werden eine Mobilitätsstation mit Car- und Bike-Sharing-Plätzen, eine Paketstation sowie ergänzenden Nutzungen (z.B. Café, Bäcker, Späti) untergebracht.

Planungsgebiet

Kopf und östlichen Abschluss der Achse bildet das neue Bürodienstgebäude für die Bezirksverwaltung Lichtenberg. Dieser Neubau sowie das nördlich gelegene Gebäude der Feuerwehr werden als lineare Baukörper ausgebildet. Auf der Südseite kragt ein eingeschossiger Sockel aus, der gemeinschaftliche Funktionen beinhaltet und den Bezug zum südlichen Außenraum herstellt.

Das flachere Gebäude der Feuerwehr sitzt auf einem 1,50 m hohen Sockel, der eine mäßige Rampenneigung der Feuerwehrausfahrt zur höhergelegenen Gensinger Straße gewährleistet. Eingebettet in den nördlichen Grünsaum an der Straße Alt-Friedrichsfelde entstehen drei ein- bis dreigeschossige Baukörper, die sport- und mobilitätsorientierte Nutzungen aufnehmen können. Vorstellbar sind hierbei: Eine eingegrabene und durch eine Glasfassade vom Außenraum einsehbare Sporthalle mit weiteren Sportnutzungen auf der
Dachfläche im westlichen Baukörper, eine Skate- und/oder Kletterhalle mit Fitnesscenter im mittleren Baukörper sowie ein Mobilitäts-Hub mit Bäcker/Gastro, Car-/Bike-Sharing im Erdgeschoss und Parken in den Obergeschossen.

Schwerpunktfeuerwache

Im östlichen Planungsgebiet werden die beiden vordringlichen Nutzungen der Schwerpunktfeuerwache und des Bürodienstgebäudes der Bezirksverwaltung
untergebracht. Um einen möglichst schnellen Ausfahrt der Feuerwehr im Einsatzfall zu gewährleisten, wird das Feuerwehr-Gelände auf der nördlichen Teilläche auf einem 1,50 m hohen Sockel errichtet. Durch die erhöhte Lage wird die Steigung bzw. Länge der erforderlichen Rampe zur Gensinger Straße auf ein angemessenes Maß reduziert. Zugleich betont der Sockel die Sonderstellung des zwei- bis dreigeschossigen Feuerwehrbaukörpers innerhalb des Campus-Geländes.

Bürodienstgebäude

Auf der südlichen Teilfläche entsteht parallel dazu das siebengeschossige Bürodienstgebäude der Bezirksverwaltung Lichtenberg. Dieses berücksichtigt in seiner Dimensionierung bereits die perspektivische Vergrößerung auf 388 Mitarbeiter*innen. Zudem beinhaltet das Gebäude im nach Süden auskragenden Sockelgeschoss eine Lounge, eine Fahrradgarage, eine Cafeteria mit Außenterrasse sowie einen Fitnessbereich. Oberhalb des Sockels bietet ein Dachgarten im Anschluss an die dortigen Konferenzräume einen attraktiven Aufenthaltsbereich mit Ausblick auf den Tierpark. Seitliche Oberlichter sorgen hier für eine gute Belichtung der zentralen Erschließungsbereiche im Erdgeschoss. Neben dem Ausblick ins Grün und einer guten Belichtung sind die nach Süden ausgerichteten Außenbereiche durch den Büroriegel vor dem Lärm der ausfahrenden Feuerwehrfahrzeuge geschützt.